Das philosophische Manifest

Das philosophische Manifest möchte die Philosophie wieder als das etablieren, was sie ist: Die Erkenntnis der Prinzipien der Wirklichkeit im Denken. Es liefert die Grundlage zu einer Idee der vernünftigen Gesellschaft und zu einem erfüllten Leben.

Dabei knüpft es an die große Philosophie an, wie sie über die Jahrtausende und durch alle Kulturen von einzelnen Denkern vertreten worden ist. Diese Denker waren die Lehrer der Menschheit und wir alle profitieren von ihren Einsichten. In Zeiten der Krise werden diese geistigen Errungenschaften vergessen. Sie müssen immer wieder für die aktuelle Zeit wiederentdeckt werden. Wir leben in einer Zeit der Krise. Wenn es aber gelingt, sich die Erkenntnisse der großen Philosophen und Weisen wieder anzueignen, offenbaren sich diese als ewige Wahrheiten und ewige Wahrheiten haben kein Verfallsdatum. 

 

Das philosophische Manifest ist keine Konstruktion, sondern der Ausdruck der inneren Wahrheit der Wirklichkeit. Es stellt keine Thesen auf, wie die Natur oder die Gesellschaft sein sollten, sondern drückt aus, wie sie tatsächlich sind. Das sich dabei eine hohe Übereinstimmung mit den Kernaussagen großer Denker findet, darf als Bestätigung aufgefasst werden. Es handelt sich aber keinesfalls um eine eklektizistische Sammlung von Weisheitslehren anderer, sondern um das Ergebnis eines dreißigjährigen Nachdenkens und Forschens. Platon hat den Weg zur Erkenntnis als den Ausstieg aus einer Höhle beschrieben. Er ist beschwerlich, aber wenn er gelingt, zeigt sich die Wirklichkeit ungetrübt in ihrer ganzen grandiosen Schönheit. Das wahre Leben ist das Leben im Licht außerhalb der Höhle. In diesem Licht ist das philosophische Manifest entstanden. 

 

Der Grund, warum wir unsere gesellschaftlichen Probleme nicht lösen können, sondern immer mehr ins Indifferente und Bodenlose abgleiten ist der, dass wir unser Fundament nicht mehr begreifen, den Kern unserer abendländischen Kultur. Das philosophische Manifest- liefert genau diesen Kern. 

 

Wir sind nicht auf der Welt, um unseren Willen um jeden Preis durchzusetzen, nach Macht zu streben, zu maximieren, uns zu optimieren und uns dabei doch immer leer und verloren zu fühlen. Wir sind auf der Welt, um ein besserer Mensch zu werden, nach Vollkommenheit zu streben, dem Schönen, Wahren und Guten zu folgen und uns wieder daran zu erinnern, was es heißt, ein Mensch zu sein. Dabei erreichen wir unseren höchsten Grad an Autonomie dann, wenn wir der Wahrheit dienen. 

 

Das Manifest ist so aufgebaut, dass es vom allerersten Prinzip ausgeht und alles andere daraus ableitet. Der Reihe nach enthält jeder Paragraph alle anderen Paragraphen, die aus ihm folgen. Nur der erste Paragraph kann für sich allein stehen.

 

Staatsbad Bad Brückenau, 6. Dezember 2018                                                                                                      

 

                                                                                                                                                                                                  Das philosophische Manifest hier bestellen.

§ 1

Das gesamte Universum ist von einer Ordnung durchzogen.
Diese Ordnung lässt sich in Form von Gesetzen ausdrücken.
Dementsprechend gibt es Gesetze für alle Bereiche des Universums: 
Für den Bereich des Geistes als der reinen Wirklichkeit (Metaphysik, Mathematik, Logik, Gott), für den Bereich des Materiellen (Physik, Biologie, Naturwissenschaften) und 
für den Bereich des Seelisch-Emotionalen (Recht, Moral, Staat, Kunst).

§ 2
Der Kern dieser Ordnung ist die metaphysisch-geistige Dimension, 
die absolute Wahrheit als Gott.

 

§ 3

Die Ordnung ist an sich vernünftig und die Vernunft ist in der Lage, sie zu erkennen.
Sich an der Vernunft zu orientieren bedeutet, sich an der Wahrheit zu orientieren.

 

§ 4

Weil die Wahrheit die vernünftige Form von Gesetzen hat, ist sie universell und gilt für jedermann gleich, ebenso wie die Schwerkraft auf alle gleich wirkt. 
Wahrheit ist objektiv.

 

§ 5

Die Wahrheit kann immer nur von einzelnen Subjekten erkannt werden.
Niemand hat sie ganz und niemand verfehlt sie ganz.

Dadurch ist die Wahrheit aber nicht subjektiv.

 

§ 6

Wird die objektive Ordnung gestört, sei es willentlich, sei es schicksalhaft,
kommt es zu Problemen, Krisen und Unglück.

§ 7

Gemäß der Ordnung besteht der Sinn des menschlichen Daseins nicht im Überleben,
sondern im vollkommenen und erfüllten Leben.

§ 8
Das Überleben ist zwar die notwendige Bedingung für ein erfülltes Leben,

aber es führt prinzipiell nicht zur Erfüllung.

§ 9

Das vollkommene Leben besteht in der Verwirklichung des metaphysischen Kerns des Menschseins oder seiner göttlichen Natur als vernünftiges Lebewesen.
Die Vernunft selbst hat zwei Seiten: eine theoretische und eine praktische.
Die theoretische Vernunft strebt nach Wahrheit, die praktische Vernunft
nach Liebe.

§ 10

Dementsprechend besteht ein erfülltes Leben in einem Leben in Liebe und Wahrheit. 
Dies ist der Sinn des Lebens. 
Die Wahrheit ist der Spiegel der Liebe. Dies ist zugleich die Essenz des Christentums:
Gottvater ist die Wahrheit, Gottsohn ist die Liebe und der Heilige Geist ist die Erkenntnis
von beiden als dasselbe.
Das Mysterium der Dreifaltigkeit ist durch und durch vernünftig.

§ 11

Erfüllung bedeutet demnach nicht das Ausleben der eigenen Egoität, 
sondern das Verwirklichen der Menschheit in meiner Person.

Dies ist die wahre Individualität.

§ 12

Der Wunsch, von anderen bewundert, geliebt und anerkannt zu werden 
gründet in einer tiefen Erfahrung des Mangels und des Gefühls, niemals genügen zu können.

Dies ist vergleichbar mit dem Versuch, ein Sieb mit Wasser füllen zu wollen. Egal, wie viel Wasser
eingegossen wird: Das Sieb ist am Ende leer.
Das ist das Prinzip unserer Maximierungsgesellschaft.

§ 13

Wahrer Reichtum besteht nicht in einer unendlichen Anhäufung von Gütern oder Geld.
Wahrer Reichtum hat eine Grenze. Die Grenze liegt im erfüllten Leben.
Der Wirtschaft kommt dementsprechend nicht die Aufgabe zu, unendlich viele Güter 
zu produzieren, sondern so viele Güter bereitzustellen,
wie für ein erfülltes Leben nötig sind.
Ebenso ist die Erkenntnis, worin ein erfülltes Leben besteht, nicht die Aufgabe der 

Wirtschaft, sondern der Vernunft.

§ 14 

Die Politik hat somit die Pflicht, sich an der Vernunft und am erfüllten Leben 

zu orientieren. Sie dient nicht der Wirtschaft.